Argentinien

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Kto.-Nr.: 4000
Behausung ohne fließendes Wasser

Sauberes Trinkwasser ist lebensnotwendig

Argentinien - Verbesserung der Trinkwasserversorgung

Seit Ende des Jahres 2010 wird durch die argentinische Organisation Madre Tierra und mit Unterstützung des LAZ in einer Siedlung nahe der Stadt Buenos Aires die Trinkwasserversorgung von 400 bedürftigen Familien eingerichtet. Die finanzielle Förderung dieses Projekts erfolgt aus Mitteln der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen, mit Unterstützung der InWEnt gGmbH.

Das Projekt soll bis Ende März 2011 abgeschlossen sein.

„18 de Julio“

Die Siedlung namens „18 de Julio“ entstand vor ungefähr 3 Jahren in der Peripherie von Buenos Aires. Sie besteht aus etwa 400 Familien, welche größtenteils aus dem Landesinneren oder aus den Nachbarstaaten Argentiniens gekommen sind, um in Buenos Aires Arbeit zu finden. Diese informellen Siedlungen rund um die Hauptstadt, in denen die Menschen unter prekären Bedingungen und mit extrem defizitärer Infrastruktur leben, sind eine Folge der sozialen Ausgrenzung in der Wohnungspolitik. Auf Grund der überhöhten Mietpreise innerhalb der Stadt, die somit der reichen Oberschicht vorbehalten ist, ist die argentinische Unterschicht gezwungen, sich in solchen Siedlungen am Rande von Großstädten niederzulassen.

In „18 de Julio“ sind ein Drittel der Häuser aus Holz und Blech, die restlichen zwei Drittel haben meist nur einen Raum aus festem Baumaterial. Es gibt keine Stromversorgung und kein Wasser- und Abwassersystem. Ca. 85% der AnwohnerInnen haben keine feste Arbeit und verdienen ihren Lebensunterhalt mit Gelegenheitsjobs ohne soziale Absicherung.

Kinder holen Wasser

Insbesondere die fehlende Wasserversorgung stellt für die BewohnerInnen ein großes Problem dar. Unter den jetzigen Bedingungen teilen sich meist mehrere Familien ein Bohrloch, das sehr nah unter der Erdoberfläche bleibt und deshalb nur an verunreinigtes Wasser gelangt. Da die Gruben für die Abwasserentsorgung in der Nähe sind, ist das Grundwasser besonders stark verschmutzt.

Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser ist jedoch sehr wichtig, da nur so eine gesunde Ernährung und umfassende Hygiene gesichert werden kann. Die Folgen der Benutzung verunreinigten Trinkwassers sind Krankheiten und Entwicklungsstörungen vor allem bei Kindern.

Unser Projektpartner vor Ort

Die Kommune gibt an, dieses Problem aus finanziellen Gründen nicht ohne Unterstützung lösen zu können. Die BewohnerInnen von „18 de Julio“ haben sich deshalb an den Verein Madre Tierra gewandt, um Hilfe zu erbitten.
Madre Tierra ist ein Verein, der sich schon seit über 20 Jahren in dieser Region für menschenwürdige Wohnbedingungen einsetzt. Durch einen engen Kontakt zu der Bevölkerung, kann der Verein mit einer breiten Unterstützung rechnen.

Unser Ziel

Das vom LAZ geförderte Projekt besteht darin, 35 Bohrlöcher mit ausreichender Tiefe einzurichten, welche jeweils mit einem 500-Liter-Wassertank verbunden sind. Jede Bohrung kann so Wasser für 11-12 Familien liefern. Außerdem wird Madre Tierra regelmäßige Treffen mit VertreterInnen der Siedlung durchführen und einzelne AnwohnerInnen darin ausbilden, die Anlagen instand zu halten. Jede Familie wird einen kleinen, angemessenen Betrag für die Wassernutzung zahlen, so dass das Projekt nach Fertigstellung der Bohrlöcher eigenständig weiter laufen kann. Dieses Konzept hat die Partnerorganisation Madre Tierra bereits in anderen Vierteln erfolgreich angewandt. In kurzer Zeit und mit verhältnismäßig geringem finanziellem Aufwand kann so eine nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen erreicht werden.