Honduras verfügt über den größten zusammenhängenden Regenwald in Zentralamerika. Daher wurde im Südosten des Landes, in der Provinz Olancho, 1999 von der honduranischen Regierung der Nationalpark Patuca eingerichtet. An seinem Rande lebt die indigene Bevölkerung in großer Armut. Ihre Dörfer sind nur schwer zu erreichen und auch die Wohn- und Ernährungssituation ist äußerst prekär. Oftmals sind die einzelnen Häuser oder Dörfer nur über den Flussweg oder tagelange Fußmärsche zu erreichen.
Die dort lebenden Kinder haben keine Möglichkeit, regelmäßigen Schulunterricht zu erhalten. Von der traditionellen Lebensweise und dem spezifischen Wissen über diese Heimatregion ist heutzutage ein Großteil verloren gegangen. Auf der Suche nach einer Lebensgrundlage dringt die Bevölkerung immer weiter in den Regenwald vor, ohne dabei die Auswirkungen auf die natürlichen Ressourcen richtig einschätzen zu können.
Die Vermittlung von notwendigen Kenntnissen und die Bereitstellung von entsprechenden Mitteln zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Natur kann dazu beitragen, den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen.
Hier beginnt unsere Zusammenarbeit mit dem örtlichen Partner „Asociación Patuca“. Zusammen mit dieser Organisation sowie der deutschen Schwesterorganisation Patuca e. V. und den Mitteln des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) kann das LAZ nun einen wirkungsvollen Beitrag zur Verbesserung der Bildungs- und Versorgungssituation im Nationalpark Patuca leisten.
In sieben Gemeinden haben die Schüler vor Ort die Möglichkeit, die Primarstufe zu besuchen und sich während des Aufenthaltes dort weitgehend selbstständig zu versorgen. Obstplantagen, Gemüsebeete, eine Kleintierhaltung und Gärten mit verschiedenen medizinisch wirksamen Pflanzen sind Elemente der selbstversorgenden Nutzung. Die Kinder lernen nicht nur Gemüse anzubauen, sondern auch wie man sich gesund und ausgewogen ernährt und mit den vorhandenen Wasservorräten verantwortlich umgeht. Zudem sollen sich die hygienischen Bedingungen verbessern, so dass als Folge davon die gesundheitliche Situation der Menschen positiv verändert wird.
Das Wissen über ökologische Ackerbaumethoden, artgerechte Tierhaltung sowie über ein nachhaltiges Wassermanagement soll über die rund 250 Kinder, die die Schulen besuchen, an ihre Familien und die anderen Gemeindemitglieder weitergegeben werden. Somit wird die Trinkwasserversorgung stabilisiert, was der Entstehung von Krankheiten vorbeugt. Die Hilfe zur Selbsthilfe kann die Zukunft der indigenen Bevölkerung nachhaltig verbessern!
Nach Abschluss des Projektes sind die Schulen institutionalisiert und funktionieren unter der staatlichen Obhut Honduras weiter. Gemeindegremien und Elternkomitees sind offiziell anerkannt und unterstützen die Schulen bei verwaltungstechnischen Aufgaben.