Kolumbien

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Kaffeebauern in Kolumbien

Existenzsicherung für Kaffeebauern

Kolumbien: Ländliche Entwicklung für Kaffeebauern und Ernährungssicherung in Antioquia

Als der Krieg zwischen Guerilla, paramilitärischen Einheiten und dem Militär auch die kolumbianische Region Antioquia erreichte, floh der damals noch kleine Héctor mit seiner Familie in die nächstgrößere Stadt. Dort wuchs er auf und  schlug sich mit Gelegenheitsarbeiten durch. Heimweh nach seiner Gemeinde in Toledo begleitete ihn in der Stadt. Als sich schließlich 2005 die  Situation beruhigte packte Héctor seine Sachen und kehrte mit seiner Frau und den Kindern zurück. Dort traf er jedoch auf eine zerstörte Infrastruktur und eine zersprengte Gemeinde. Zudem waren die Kaffeeplantagen veraltet und es fehlte ihm an landwirtschaftlichen und technischen Wissen, sowie an finanziellen Mitteln für die Wiederaufnahme des Kaffeeanbaus. So lebt Héctor wie über 90% der örtlichen Bevölkerung in Armut und  hat nur das durchschnittliche Familieneinkommen von 96€ im Monat zur Verfügung.

Projektbesuch in Antioquia/Kolumbien

Das „Comité departamental de cafeteros de Antioquia- CDCA“, ein demokratischer, privater und gemeinnütziger Verband der Kaffeebauern, will nun den Kaffeeanbau in Antioquia fördern und somit den rückkehrenden Menschen eine neue Existenzgrundlage bieten. Zusammen mit dem LAZ wurde ein Projekt für die beiden ärmsten Gemeinden Antioquias, San Andrés de Cuerquia und Toledo, ins Leben gerufen.

Kaffeebauer und Familien in Antioquia/Kolumbien

Ziel des Projektes ist es die nachhaltige ländliche Entwicklung und Ernährungssituation der Menschen zu fördern, um deren Lebensbedingungen grundlegend zu verbessern. Dafür werden die Begünstigten mit Hilfe von Schulungen auf den Kaffeeanbau vorbereitet, um ihre durchschnittlich etwa 1,5 Hektar großen Parzellen gewinnbringend nutzen zu können. Außerdem werden gemeinschaftlich betriebene Gewächshäuser gebaut und die Begünstigten während des gesamten Projektes von Fachkräften individuell beraten.

Da viele Menschen auch an Mangelerscheinungen aufgrund nicht ausreichender oder einseitiger Ernährung leiden, werden neben dem Kaffeeanbau zusätzliche Gemüsefelder zur Deckung des Eigenbedarfs angegelegt. Dadurch wird neben der Einkommens- auch die Ernährungssituation der 100 Familien grundlegend verbessert.

Ausgewählte Repräsentanten der Familien werden nach Beendigung der Maßnahmen ihr neu erworbenes Wissen als MultiplikatorInnen an andere Dörfer und Gemeinden weitergeben. So können auch Menschen außerhalb der beiden Gemeinden von dem Fachwissen profitieren und eine  flächendeckende Verbesserung der ländlichen Entwicklung und Ernährungssituation in Antioquia vorangetrieben werden.