Die Stadt Chincha Alta der Provinz Chincha liegt in der Region Ica, ca. 200km südlich von der Hauptstadt Lima, an der peruanischen Küste.
Die gesamte Region war 2007 von einem schweren Erdbeben betroffen, bei dem es 595 Tote und über 2.800 Verletzte gab. Rund 80 Prozent der dortigen Häuser wurden zerstört oder beschädigt. Der Wiederaufbau geht sehr langsam voran, so dass nicht alle wieder mit Elektrizität, Trinkwasser und einer Abwasserversorgung ausgestattet sind. Folglich hat sich die Gesundheitssituation drastisch verschlechtert.
Durch eine flächendeckende medizinische Grundversorgung mit Gesundheits-, Hygiene- und Schwangerschaftsberatung soll nun die Lebenssituation der rund 37.000 Erdbebenopfer aus elf verschiedenen Elendsvierteln im Distrikt Pueblo Nuevo der Stadt Chincha Alta verbessert werden.
Zusammen mit unserem Projektpartner Solidaridad en Marcha (SEM), einer gemeinnützigen Nichtregierungsorganisation vor Ort, die 1988 gegründet wurde, unterstützt das LAZ mit Hilfe finanzieller Mittel des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) den Bau eines zentralen Gesundheitszentrums für diese Region.
Der Bau und die Einrichtung des Zentrums wird begleitet von unterschiedlichen Maßnahmen wie ärztlicher Betreuung und begleitender Gesundheitskampagnen. Medizinische Fachkräfte sind in den Elendsvierteln präsent und teilen ihr Wissen mit der dortigen Bevölkerung, so dass geschulte Einwohner zusammen mit den Ärzten, Menschen über ihr Recht auf Gesundheit aufklären, ihnen die Scheu vor einem Arztbesuch nehmen und die Notwendigkeit von regelmäßigen Untersuchungen und Impfungen verdeutlichen. Diese Aufklärung trägt dazu bei, dass vermeidbare Krankheiten durch mangelnde Hygiene, unsauberes Trinkwasser und Unterernährung verhindert werden; denn die Erkrankungen können u.a. durch Unwissen und das Halten von Tieren in den Häusern hervorgerufen werden.
Die Dienstleistungen des neu gebauten Gesundheitszentrums kommen nun vor allem Frauen und Kindern zugute. Die sozial schwache und in Armut lebende Bevölkerung wird ihrem Einkommen entsprechend medizinisch versorgt oder erhält die Dienstleistungen sogar kostenlos.
Das vorliegende Projekt ist Teil des Programms von SEM „Wir sind Hoffnung“. Diese Hoffnung wird den Opfern des Erdbebens jetzt wieder zurückgegeben. Die tatkräftige Arbeit von mehr als 3.500 Freiwilligen, die unser Partner vor Ort organisiert hat, hilft bereits beim Wiederaufbau und der Verbesserung der Lebenssituation von der vom Erdbeben betroffenen Bevölkerung in Chincha Alta.