Zum Abschluss des Ausbildungsprojekts

Seitdem im Dezember 2019 das Projekt Ausbildung von in Deutschland lebenden Lateinamerikanern/innen als Multiplikatoren/innen für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit begonnen hat, liegen viele ereignisreiche und spannende Wochen hinter uns. Während dieser Zeit waren wir zusammen mit unseren lateinamerikanischen Bildungsreferenten/innen an mehreren Schulen im Bonner Umkreis unterwegs und haben dort Schüler/innen für die Themen Wasser, Energie & Klima, Flucht & Migration und Konsum sensibilisiert.

Mit Ende der Projektphase des Modul Konsums, in diesem Monat, ist das Projekt vorerst abgeschlossen – Zeit also für einen Rückblick! Jedes der Module hatte ein Schwerpunktthema, das eng mit einem oder mehreren der UN-Nachhaltigkeitsziele verknüpft ist. So leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur entwicklungspolitischen Bildungsarbeit hier in Deutschland.

In der ersten Phase des jeweiligen Moduls erstellten die lateinamerikanischen Referenten/innen an vier Seminartagen Bildungsmaterialien für die anschließenden Projekttage an Schulen. Außerdem gab es während dieser Zeit verschiedene Workshops, die das Ziel hatten, die Referenten/innen für ihre Arbeit an den Schulen bestmöglich vorzubereiten. Dazu zählten neben pädagogischen und didaktischen Lehreinheiten auch inhaltliche Vorträge zu den verschiedenen Schwerpunktthemen.

Insgesamt war es Ziel der Seminartage, die Bildungsreferenten/innen bei der Umsetzung ihrer eigenen Ideen bestmöglich zu unterstützen. Dabei hatten die Referenten/innen die Möglichkeit, ihre eigenen Vorstellungen und Wünsche aktiv miteinzubringen und während der anschließenden Projekttage umzusetzen. Auch der Austausch der Teilnehmenden untereinander war ein wichtiger Bestandteil der Seminartage.

Trotz Corona haben wie geplant vier Seminartage im aktuellen Modul Konsum stattgefunden. Zu Beginn haben sich die Referenten/innen in einem Workshop mit dem Nachhaltigkeitsziel 4 Hochwertige Bildung auseinandergesetzt und dabei zentrale Aspekte der Bildungsarbeit mit Kindern kennengelernt. Hauptaugenmerk des Workshops war es dabei, die Lebenswelt der Kinder bei der Konzeptualisierung der Projekttage miteinzubeziehen und nie aus den Augen zu verlieren.

Inhaltlich haben sich die Referenten/innen unter anderem mit den Grundlagen eines fairen Handelssystems und der Vernetzung globaler Produktionsstrukturen befasst. Um den Kindern das Thema Konsum aus verschiedenen Blickwinkeln näher zu bringen, haben sich die Referenten/innen in drei Gruppen aufgeteilt und sich dabei auf die Themenbereiche Verbrauch, Recycling und Herstellung spezialisiert.

Die unterschiedlichsten Ideen und der kreative Austausch zwischen den Gruppen war für alle Beteiligten eine echte Bereicherung und hat zu vielfältigen Ergebnissen geführt. Um beispielsweise die Frage anzustoßen, was mit einem Produkt passiert, bevor man es fertig im Laden kaufen kann, hat eine Gruppe die lokale Lieferkette zur Produktion eines Apfels der globalen Lieferkette zur Produktion eines T-Shirts gegenübergestellt. Dabei wurden unter anderem auch die Themen Menschenrechte, Kinderarbeit und Mindestlohn mit den Kindern besprochen.

Neben der Vorbereitung für die Projekttage wurde während der Seminartage deutlich, welches Potenzial und Wirkung das Projekt hat. So betonte eine Teilnehmerin, dass sie ihr neugewonnenes Wissen mit zurück in ihr Heimatdorf im Amazonasgebiet nehmen wird, um dort gemeinsam mit Jugendlichen ein ähnliches Projekt umzusetzen. Durch das Engagement der Teilnehmenden leistet das Projekt also nicht nur einen wichtigen Beitrag zur entwicklungspolitischen Bildungsarbeit in Deutschland, sondern fördert auch die Umweltbildung vor Ort in Lateinamerika. Außerdem besteht so die Möglichkeit einer globalen Kooperation, die in einem zukünftigen Projekt umgesetzt werden könnte.

Eine andere Besonderheit des Projekts wird während der anschließenden Projekttage an den Schulen deutlich. Die Referenten/innen können ihre eigenen Erfahrungen in Bezug auf ihre Heimatländer in der Arbeit mit den Kindern miteinbringen. Möglich wird dabei ein lebendiger und vielfältiger Austausch, den die Kinder sonst nur während einer Reise nach Lateinamerika erleben können. Insgesamt war das Projekt also ein voller Erfolg!

Bevor das Projekt Ende September abgeschlossen wird, findet am Samstag, den 25.09., eine Abschlussfeier im Lateinamerika-Zentrum statt, zu dem die Referenten/innen sowie alle Freunde des LAZs herzlichst eingeladen sind. Neben Live-Musik, einem abschließenden Vortrag und selbstmitgebrachten Speisen ist die Abschlussfeier auch ein Freundeskreistreffen. Das vollständige Programm sowie weitere Infos finden Sie unter www.lateinamerikazentrum.de/spaetsommerfest.