Ausbildung als Multiplikatoren/innen für Bildungsarbeit

 

 

Ausbildung von in Deutschland lebenden Lateinamerikanern/innen als Multiplikatoren/innen für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit

Liebe InteressentInnen,

ihr möchtet mehr über die globalen Zusammenhänge in Bezug auf Eure Herkunftsländer erfahren und wollt Euer Potenzial als lateinamerikanische MigrantInnen nutzen, um für Themen der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit zu sensibilisieren? Dann solltet ihr JETZT die Chance nutzen und Euch für dieses spannende Projekt bewerben!

Worum geht‘s?

Die TeilnehmerInnen …

  • werden durch Seminare für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit ausgebildet
  • werden befähigt, sich als MultiplikatorInnen aktiv zu den UN-Nachhaltigkeitszielen (SDGs) zu beteiligen
  • erstellen während der Seminartage Bildungsmaterial für Projekttage an Schulen
  • führen selber Projekttage an Schulen (3.-6. Klasse) durch

Es werden insgesamt vier Module mit unterschiedlichen Schwerpunkten angeboten: Wasser, Energie und Klima, Flucht, Konsum.

Ihr könnt entweder an einem oder auch mehreren Modulen teilnehmen.

Jedes Modul beinhaltet insgesamt vier Tage zur Vorbereitung: an diesen Seminartagen erfahrt ihr mehr zu dem jeweiligen Schwerpunkt, lernt andere Organisationen kennen und erstellt zusammen in der Gruppe Bildungsmaterial für SchülerInnen.

Anschließend könnt ihr euer erworbenes Wissen an insgesamt drei Projekttagen teilen. Ihr werdet 3.-6. Klassen besuchen und euer erstelltes Bildungsmaterial nutzen, um die Schüler und Schülerinnen für euer Schwerpunktthema zu sensibilisieren.

 

Die Module finden in den folgenden Monaten statt:

Wasser (März-Juni)

Die Teilnehmer*innen erhalten fundierte Fachkenntnisse über die Ressource Wasser und ihre globalen Herausforderungen.

–> Bewerbungsfrist 29.02.2020


Energie und Klima (August 2020-November 2020)

Wie stehen unsere alltäglichen Lebensweisen mit den globalen Auswirkungen des Klimawandels im Zusammenhang? Was können wir tun, um Klima und Umwelt zu schützen?

–> Bewerbung bis zum 15. Juli 2020


Flucht und Migration (Februar 2021-Mai 2021)

Welche Ursachen gibt es für Flucht und Migration und welche globalen Auswirkungen haben diese?  Wie tragen wir zu einer toleranten Welt ohne Rassismus bei?

–> Bewerbung bis zum 15. Januar 2021


Konsum (Juni 2021 – September 2021)

Unser Konsumverhalten wird zu einer Belastungsprobe für die Umwelt. Oftmals wissen wir nicht, welche Folgen unser alltäglicher Konsum hat. Wir lernen unser eigenes Konsumverhalten zu hinterfragen und erarbeiten Handlungsvorschläge für ein umweltbewussteres Leben.

–>Bewerbung bis 15. Mai 2021

 

Wen suchen wir?

Menschen aus Lateinamerika, die in Deutschland/NRW leben und die

  • Interesse haben Schulkindern die UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) und die globale Zusammenhänge in Bezug auf ihre Herkunftsländer zu vermitteln
  • ihre Potenziale als MigrantInnen entfalten möchten
  • Freude und Motivation an Öffentlichkeitsarbeit und Affinität zu entwicklungspolitischen Themen haben
  • über Grundkenntnisse in Deutsch verfügen
  • für den geplanten Zeitraum von einem Modul (4 Monate) entsprechende Zeit zur Verfügung haben

Bewirb Dich jetzt und werde Teil des Teams!

Schicke uns deinen Lebenslauf und ein kurzes Motivationsschreiben an: info@lateinamerikazentrum.de

Ecuador: Förderung der Kommunikationsvernetzung

Ein Online-Radio im Amazonasgebiet

Morona Santiago ist eine Provinz im ecuadorianischen Amazonasgebiet. Sie ist nach den Flüssen Morona und Santiago benannt, den Nebenflüssen des Amazonas. Unter den rund 130.000 EinwohnerInnen leben viele indigene Shuar und Mestizen. Das Amazonasbecken ist die ärmste Region Ecuadors und 68,3 % der Einwohner von Morona Santiago sind von Armut betroffen. Dafür lassen sich viele verschiedene Ursachen finden: Die Infrastruktur ist im Regenwald nur unzureichend ausgebaut, die Grundversorgung und das Gesundheitssystem sind mangelhaft, da sich die ecuadorianische Politik auf die größeren Städte des Landes konzentriert.

Ein weiteres Problem sind die fehlenden Kommunikationsmedien in dieser weitläufigen Region. Die Bevölkerung hat kaum Möglichkeiten, um ihre Meinung zu äußern oder die Kommunikation mit anderen Gemeinden aufzunehmen. Infolgedessen bleiben ihnen wichtige Informationen oftmals vorenthalten. Dazu zählen zum Beispiel aktuelle Informationen zu Grundversorgung, Bildung, rechtlicher Beratung oder Gesundheit – wichtige Themen mit denen ihre Lebensbedingungen verbessert werden könnten.

Die indigene Bevölkerung und die Landbewohner kämpfen seit Jahren um die Schaffung von Kommunikationsmedien, um als „mündiges Volk“ ihre Rechte, ihr Wohngebiet und ihre eigene Stimme zu verteidigen.

Die Fundación ATASIM, lokaler Projektpartner des LAZ in Macas, widmet sich diesen benachteiligten Bevölkerungsgruppen und fördert die Kommunikationsvernetzung der Gemeinden General Proaño, San Isidro, Río Blanco und Macas. Während einer Projektlaufzeit von 12 Monaten erhalten die Gemeinden ein eigenes Online-Radio, über das die indigene Bevölkerung ihre Meinung austauschen kann und Informationen von anderen Gemeindebewohnern erhält. Ziel des Radios ist es, die BewohnerInnen untereinander besser zu vernetzen und die Kommunikation mit anderen Gemeinden zu fördern.

Im Rahmen des Projektes wird ein gemeinschaftliches Rundfunk-Zentrum errichtet, in dem die TeilnehmerInnen direkt in die Radioarbeit eingebunden werden. Ein technisches Team besucht entlegenere Dörfer und sammelt Wortbeiträge, die in die Programme zu den Themen Natur und Umwelt, Gesundheit und Naturheilkunde oder Kultur und Tourismus integriert werden. Die Befragten vermitteln ihr Wissen und ihre Ansichten insbesondere auch für jüngere Generationen. So berichten ExpertInnen beispielsweise über die richtige Anwendung von Heilkräutern im Sinne der traditionellen Medizin. Die ländliche und indigene Bevölkerung erhält endlich eine „Stimme“, die im ganzen Land gehört werden kann.

Das Rundfunk-Zentrum „Radio Macas“ ist offen für alle Gemeindemitglieder und bietet neben den Radioprogrammen auch schriftliche und audiovisuelle Informationsmaterialien an. Darüber hinaus werden Nachrichten und Musik aus Ecuador gesendet.

Die Verbreitung von Kommunikationsmedien in entlegene Gebiete am Amazonas trägt zur unmittelbaren Verbesserung der Lebensbedingungen bei und stärkt die Bevölkerung in ihrem Recht auf Information, Austausch, Meinungs- und Entscheidungsfreiheit.