Kolumbien: Ausbildung & Arbeit für junge Mütter

 

Mujeres con Futuro – Ausbildung und würdevolle Arbeit für junge Mütter.

Seit 2019 unterstützen wir die so wertvolle und wichtige Arbeit der Juanfe Stiftung in Kolumbien. Unser aktuelles und weitreichendes Projekt „Mujeres con Futuro“ läuft seit April 2020 bis Ende 2021 und wird durchgeführt von unserem kompetenten Partner vor Ort in Cartagena und Medellín.

800 jungen Müttern aus sozial benachteiligten und ärmsten Verhältnissen werden duale Weiterbildungen und Spezialisierungen in den Bereichen Hotellerie, Gastronomie, Kosmetik und Kundenservice ermöglicht. Darüber hinaus gibt es ein Empowerment-Programm, das dazu dient, das Selbstbewusstsein der Frauen zu stärken und ihnen Fähigkeiten und Kompetenzen für eine erfolgreiche und selbstbestimmte Lebensführung zu ermöglichen. Im Anschluss werden die jungen Frauen im Alter von 16-30 Jahren von der Juanfe dabei unterstützt und begleitet sich in den lokalen Arbeitsmarkt zu integrieren und langfristige und faire Anstellungen zu finden, um so mit bestehenden Armutszyklen zu brechen und sich und ihren Familien langfristig bessere Perspektiven zu ermöglichen.

Gleichzeitig findet eine umfassende Sensibilisierung des Arbeitsmarktes statt. Lokale Unternehmen werden über die Lebenssituationen, Herausforderungen und Bedürfnisse der jungen Frauen aufgeklärt, ebenso wie über die Vorteile und Relevanz von formellen und fairen Anstellungsverhältnissen. Dies ist besonders wichtig, da ein Großteil der Frauen und Kinder aus den o. g. Verhältnissen nach wie vor auf dem Schwarzmarkt und im Rahmen des Sextourismus arbeiten. Außerdem bringen die Arbeitgeber sich direkt in den Weiterbildungsprozess ein, indem praktische Einheiten nach dem Vorbild der deutschen dualen Ausbildung durchgeführt werden. Das ermöglicht es den Frauen ihr Kompetenzprofil an die konkrete Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt anzupassen.

Dieses Vorhaben wird natürlich, wie so vieles andere, erheblich von der Corona-Pandemie beeinflusst. Die Juanfe musste ihre Einrichtung lange Zeit schließen und der Arbeitsmarkt der nicht zuletzt extrem abhängig vom internationalen Tourismus ist hat sich enorm verändert, was natürlich die Chancen der Teilnehmerinnen beeinflusst. Aber die Juanfe ist extrem engagiert und tut alles dafür auch in diesen schwierigen Zeiten den jungen Frauen und ihren Familien alle Möglichkeiten zu bieten ihre Lebenssituationen zu verbessern und zu stabilisieren.

Der enge Kontakt der Juanfe Stiftung mit vielen lokalen Unternehmen ermöglicht es, gemeinsam die veränderte Situation am Arbeitsmarkt zu begreifen und die momentanen Anforderungen an neue Arbeitskräfte in den Bereichen Kosmetik, Gastronomie, Hotellerie, Kundenservice u. a. zu erfassen. Auf diese Weise kann die Juanfe ihr Weiterbildungsprogramm für die jungen Mütter entsprechend anpassen. Zwar müssen einige geplante Aktivitäten, wie Absolventinnentreffen, Jobbörsen u. Ä. leider ausfallen. Aber der wichtigste Baustein des Projektes – die Weiterbildungskurse und Workshops – können größtenteils stattfinden, wenn auch virtuell und anders als geplant. Zudem werden v. a. aktuelle Themen wie Hygiene und Präventiv-Maßnahmen bei Epidemien oder Biosicherheit berücksichtigt. Um allen Frauen die Teilnahme an diesen Kursen zu ermöglichen, wurden ihnen (wenn nötig) Endgeräte und benötigte Datenpakte zur Verfügung gestellt.

Parallel zu diesen angepassten Maßnahmen wurde auch die intensive psycho-soziale Unterstützung ausgeweitet, da sich strukturell bestehende Probleme, wie häusliche Gewalt, Bandenkriminalität, Marginalisierung u. a. in der aktuellen Situation leider noch intensiviert haben.

Mehr Infos in Wort & Bild? Hier geht es zur Youtube-Danksagungsvideo einer Teilnehmerin.

Das Projekt wird in Cartagena und Medellín durchgeführt von unserem kompetenten Partner vor Ort:

http://www.juanfe.org
Mehr über die Juanfe-Stiftung erfahren Sie hier.

 

Ihre Ansprechpartnerin für das Juanfe-Projekt:

Karen Eisenberg
keisenberg@lateinamerikazentrum.de

Mehr über vergangene Projekte in Kooperation mit der Juanfe findest du hier.

Die Juanfe erscheint mir als äußerst kompetenter Partner auf der anderen Seite des Atlantiks. Die Leiterin Lilian Leal war mir sehr sympathisch und hat uns alle von Beginn an fühlen lassen, als wären wir Teil der Juanfe. Ich war überrascht davon, wie vielen Personen Juanfe bereits geholfen hat und finde es super und respektabel, dass sie nun versuchen, neben Cartagena auch in Medellín Fuß zu fassen. Ich bin froh, dass wir solch eine starke Partnerschaft mit solch einer kompetenten Organisation haben.

Hinweis: Statt unseres kompletten Projektarchivs der letzten Jahre finden Sie zum Relaunch der Website (02/2020) an dieser Stelle nur eine aktuelle Auswahl an Projekten.